Call for Papers - Call for Entries - Part 37

posted by SHorváth on 2007/04/22 16:09

[ Call for Papers - Call for Entries ]

Die Zeitschrift für Theorie & Geschichte audiovisueller Kommunikation Montage/AV wird sich in der Ausgabe 16/1/2007 mit einem Themenschwerpunkt dem komplexen Diegese-Konzept widmen. Erwünscht sind kurze, pointierte Beiträge, die sich mit den damit verbundenen theoretischen Fragen auseinandersetzen. Einsendungen (per e-mail) werden bis zum 15. Mai 2007 an die Anschrift der Redaktion erbeten.
 

Der Call for Papers kann als PDF-Dokument heruntergeladen werden und enthält folgenden Ausschreibungstext:

 

    Der von Etienne Souriau 1951 in seinem „Vokabular der Filmologie“ (vgl. Montage/AV 6/2/1997) eingeführte Begriff diégèse / Diegese zählt heute zu den grundlegenden Konzepten der film-, aber auch der literaturwissenschaftlichen Narratologie. Diegese wird dabei oft verkürzt als Bezeichnung der raumzeitlichen Beziehungen der erzählten Welt, als räumlichzeitliches Universum der Figuren oder Charaktere gebraucht, zuweilen wird sie aber auch in Nähe zu den „möglichen Welten“ aus der Philosophie gerückt. Die Probleme, die mit dem
    Diegese-Konzept zusammenhängen, so etwa mit der Gegenüberstellung der medialen Ausdrucksmittel, mit denen die Erzählung artikuliert wird, und der resultierenden Ganzheit einer Erzählwelt, sind bislang wenig bearbeitet worden.

    Drei Problemkreise scheinen uns dabei von besonderem Interesse: erstens die Beziehungen
    zwischen den verschiedenen Erzählern und den von ihnen jeweils hervorgebrachten diegetischen Wirklichkeiten. Die Diskurswelten von Figuren und Erzählern sind ja oft nicht identisch, was zahlreiche semantische und metakommunikative Möglichkeiten eröffnet, Horizonte der Moral, der Ironie als einer Spielart „unzuverlässigen Erzählens“, auch die Erkundung autobiographischen oder historischen Erzählens etc. Zweitens fragen wir nach den Kontextualisierungen des narrativen Diskurses, die sich durch die Brüche zwischen Diegese und Erzählung, zwischen Erzähler und Erzähltem sowie zwischen mehreren Teil-Diegesen
    ergeben. Drittens stellt sich die grundsätzliche Frage, ob Diegese als ein feststehender, die
    Geschichte umgreifender Rahmen aufzufassen ist oder als eine textuell-semantische Funktion
    des Erzählens. Wenn man heute eher vom „Diegetisieren“ als von der Diegese spricht,
    annehmend, dass letztere das Produkt einer synthetischen Leistung ist, die in der Aneignung
    des Textes erbracht wird, und eines der formalen Ziele der Rezeption, dann scheint es unabdingbar zu sein, die Kondition der Diegese als Voraussetzung der Narration zu akzeptieren.

Anschrift der Redaktion:

Montage/AV
c/o Britta Hartmann
Körnerstr. 11
D-10785 Berlin
e-mail: montage@snafu.de

Für Themenvorschläge und Rückfragen steht weiters zur Verfügung:

Prof. Dr. Hans J. Wulff
Institut für Neuere deutsche Literatur und Medien
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Leibnizstr. 8
24188 Kiel
 


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