Dokumentarfilm - Documentary Film - Part 5

posted by SHorváth on 2006/06/06 20:31

[ Dokumentarfilm - Documentary Film ]

Zwei dokumentarische Arbeiten, in denen sich vorerst Ruth Beckermann und darauf folgend Emil Rennert auf die Spuren ihrer jüdischen Herkunft begeben, auf eine persönliche Odyssee, die sie durch die Landstriche Mittelosteuropas führt und die gleichsam zu einem historischen Dokument wird: Vorführung am Mi. 7. Juni ab 19.00 Uhr im Wiener Depot unter Anwesenheit der Regisseure.
 

Unter dem Motto des Präsentationsabends DIE FILMISCHE BRÜCKE. JÜDISCHES GEDÄCHTNIS IM DOKUMENTARFILM wird zunächst Ruth Beckemanns Die papierene Brücke (A 1987, 91 Min.) gezeigt, anschließend Emil Rennerts Eine verschwundene Welt (A 2005, 50 Min., miniDV).


Die papierene Brücke

Ruth Beckermanns Reise durch ihre eigene Familiengeschichte erzählt zugleich die Geschichte der mitteleuropäischen Juden und die Geschichte einer Region. Die Reise führt sie von Wien, wo ihre Großmutter den Krieg als U-Boot überlebte, indem sie sich stumm stellte, und wohin ihre Mutter aus Israel zurückkehrte, in die Landschaft Osteuropas, die von der Verfolgung und Vernichtung der Juden zeugt. Dort, in der Bukowina, früher ein Teil Österreich-Ungarns und heute zwischen Rumänien und der UdSSR aufgeteilt, begegnet sie den wenigen Mitgliedern der noch
existierenden jüdischen Gemeinden.
Der Film ist von Erinnerungen motiviert und dabei voller Widersprüche: Inmitten von Gräbern auf dem großen jüdischen Friedhof von Seret freut sich ein alter Mann, daß er lebt und sogar gefilmt wird. Eine amerikanische Filmgesellschaft, die im nachgebauten Theresienstadt dreht, engagiert Wiener Juden als Statisten, damit sie im Film auch
"wirklich jüdisch" aussehen.
Die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte wird abrupt von Momentaufnahmen in den Straßen von Wien unterbrochen, wo der Antisemitismus freimütig auftritt. Aber die Gefühle zu Wien sind
ambivalent; das Wiederkommen ist nicht das Ende der Suche. (Pressetext)


Eine verschwundene Welt

Emil Rennert (Jg. 1986) folgt in seinem Film "Eine verschwundene Welt" den Spuren seiner jüdischen Urgroßeltern Lea und Pinkas, die aus
Radautz, einer Kleinstadt in der südlichen Bukowina stammten. In Interviews zeichnet er "die Lebensgeschichte der letzten Überlebenden
des Holocaust nach und berichtet von der Zeit, in der die Bukowina noch als vielsprachiges und multiethnisches Land existierte. Die verschwundene Welt der fruchtbaren Koexistenz unterschiedlichster Menschen und der reichhaltigen jüdischen Kultur in der Bukowina und in Radautz im Speziellen, gilt es in diesem Dokumentarfilm zu entdecken." (Emil Rennert)


Weitere Infos auf: www.kinoki.at


Antworten

01 by PP at 2006/06/07 00:17 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Zwei dokumentarische Arbeiten, in denen sich vorerst Ruth Beckermann und darauf folgend Emil Rennert auf die Spuren ihrer jüdischen Herkunft begeben, auf eine persönliche Odyssee, die sie durch die Landstriche Mittelosteuropas führt und die gleichsam zu einem historischen Dokument wird: Vorführung am Mi. 7. Juni ab 19.00 Uhr im Wiener Depot unter Anwesenheit der Regisseure.
Hinweise zu dieser Veranstaltung auch im Theatre-Weblog!

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