Film Festivals - Part 14

posted by SHorváth on 2005/10/12 17:02

[ Film Festivals ]

Abgesehen davon, dass das Durchforsten des Viennale-Programms fürwahr höchste Vergnüglichkeit bereitet, erweist es sich als umso verzwickter, jene Auswahl von Filmen zu treffen, die man nun so gar nicht verpassen möchte (wobei es hier auch auf die Schnelligkeit des jeweiligen Kartenerwerbs ankommt). Kein leichtes Unterfangen also, ...
... wenn für jemanden - mich eingeschlossen - so gut wie alle gebotenen Filmstücke, die das Programmheftchen in Summe aufweist, anlockend sind. Mit Blick auf die MOE und SOE bezogenen Produktionen, die im Rahmen des Filmfestivals projiziert werden, fällt es schon ein wenig leichter, hier einen Überblick darzulegen.


Unter der Kategorie Spielfilm kann ich folgende Filme empfehlen:

MOARTEA DOMNULUI LAZARESCU (Der Tod des Herrn Lazarescu), RO 2005, R: Cristi Puiu, OmdU
Eine mehrfach preisgekrönte trostlose Gesellschaftsparabel um "Lazarus", einen alten und kranken Bukarester Plattenbau-Bewohner, dem im Spital auch der letzte Rest Würde genommen wird.

MELEGIN DÜSÜSÜ (Angel´s Fall), Türkei/GR 2004, R: Semih Kaplanoglu, OmdU
Im Mittelpunkt steht das Leiden einer jungen Hotelangestellten an einer patriarchalischen Gesellschaft. Die Umsetzung des Themas besticht durch subtile Bildgestaltung sowie durch lange, elegische Einstellungen.

VREMYA ZHATVY (Harvest Time), RUS 2004, R: Marina Razbzhkina, OmeU
Die wechselvolle Geschichte einer Mähdrescherfahrerin birgt sowohl eine melancholische Sehnsucht nach, als auch einen starken Widerwillen gegen das Leben in einer Sowjet-Kolchose in den Fünfzigern.

YAZI TURA, (Toss Up), Türkei 2004, R: Uğur Yücel, OmeU
"Yazi Tura", was soviel heißt wie "Kopf oder Zahl", spricht über den Krieg gegen die Kurden und seine verheerenden Folgen.

Kategorie Dokumentarfilm:

UN DRAGON DANS LES EAUX PURES DU CAUCASE (The Pipline Next Door), F/Georgien 2005, R: Nino Kirtadze, OmeU
Realgroteske um den Kampf eines verarmten Kaukasus-Dorfes mit der großen Welt der Energiekonzerne.

EAST OF PARADISE, F 2005, R: Lech Kowalski, OmeU
Filmischer Essay in zwei Kapiteln. Im ersten Abschnitt sucht der polnisch-stämmige Filmemacher seine Mutter auf und lässt sich von ihr die Geschichte ihrer Verschleppung in einen sibirischen Gulag erzählen. Im zweiten Teil "bebildert" Kowalski die Geschichte seiner Mutter indirekt mit den Protagonisten seiner New Yorker Filme aus den 80er Jahren.

Leider bereits ausverkauft sind folgende zwei Filme:

NEUE WELT, (New Wold), A 2005, R: Paul Rosdy, OmdU
Reisefilm durch und über jene Partien Mitteleuropas, die als Böhmen, Siebenbürgen, Dalmatien, Galizien oder Bukowina einst Teil der k. u. k.-Monarchie waren.
    Der Film reist von der alten Welt in eine neue, von Sarajewo nach Wien und weiter nach Rumänien, von Triest in die Bucht von Kotor, von der ungarischen Puszta in die Ukraine. Neue Welt ist eine Mischung aus Musik und Geschichten, Legenden und Anekdoten, Ausschnitten aus alten Reiseführern und Zeitungen, Filmen und Fotos aus der Jahrhundertwende sowie Szenen aus dem Heute, die ein Bild vom Lebens- und Überlebenskampf von Menschen zwischen Traditionen, Veränderungen und Umbrüchen vermittelt.
DER IRRATIONALE REST (The Irrational Remains), D 2005, R: Thorsten Trimpop, OmeU
1987 wurden drei befreundete DDR-Jugendliche durch einen gescheiterten Fluchtversuch getrennt. 16 Jahre später kehren sie an die Orte der Vergangenheit zurück.

Außerdem wird Histoire(s) du cinéma - Moments choisis von Jean-Luc Godard (F 2000) gezeigt.


Das Kurzfilm-Special TOWARDS THE SUN präsentiert Arbeiten aus der Ukraine (2004) - Proty Sontsya (Against the Sun), R: Valentyn Vasyanovych - aus Ungarn (2003) - KIS APOKRIF NO. 1 (Little Apocrypha No. 1), R:Kornél Mundruczó (Hier auch ein Weblog-Hinweis zu seinen Spielfilmen) - und aus Rumänien - Bucuresti - Wien 8:15 (2000), 17 minute intarziere (17 Minutes Late, 2002) und Trafic (2004) der Regisseurin Catalin Mitulescus in OmeU.

THE FUTURE IS BEHIND YOU, USA 2004, 21 Min., R: Abigail Child, OF
Vor dem Hintergrund der Tragödie der Judenverfolgung erzählt der Film anhand zweier Schwestern zugleich von weiblicher Sozialisierung und vom Gefühl der Entfremdung, die "Sprachlosigkeit" des Stummfilms fungiert als Metapher für die Ohnmacht.


FORTSETZUNG FOLGT!

Das detaillierte Programm samt Terminplan ist auf der Homepage der Viennale abrufbar.

Ein höchst cineastisches Vergnügen!

http://kakanienneu.univie.ac.at/static/files/28230/unbenannt.JPG


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