Winter adé - 20 Jahre Mauerfall

posted by SHorváth on 2009/02/04 17:25

[ Film Festivals ]

Der 20. Jahrestag des Mauerfalls von 1989 ist eins der zentralen Jubiläen in diesem Jahr, dem die 59. Berlinale (5. - 15.2.) die Sonderreihe "Winter adé - Filmische Vorboten der Wende" widmet. Am Programm stehen Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilme aus Bulgarien, Deutschland, Polen, Rumänien, Russland, Ungarn und Tschechien, die zwischen 1977 und 1989 produziert wurden und in denen sich die Ahnung des bevorstehenden, tief greifenden Wandels bereits abzeichnet.

Für die Reihe, die auf Initiative der Deutschen Kinemathek und der Kulturstiftung des Bundes entstand, wurde Material in vielen Archiven Osteuropas und Deutschlands recherchiert. Von fast allen Filmen können nun neue Kopien gezeigt werden. 

Gezeigt werden etwa András Jeles´ surreal-dokumentarisches Sittenbild aus Budapest A kis Valentinó (Der kleine Valentino, Ungarn 1979) oder Petar Popzlatews As, Grafinjata (Ich, die Gräfin, Bulgarien 1989), der von den Randzonen des Sozialismus, von Drogen und Psychiatrie, erzählt. Eröffnet wird die Sonderreihe am 7. Februar 2009 mit Helke Misselwitz´ preisgekröntem Dokumentarfilm Winter adé (DDR 1988), der mit seiner wohldosierten Respektlosigkeit neue Töne anschlug und dadurch zum filmischen Dokument des Aufbruchs wurde.

Vera Chytilová wird Gast der Sonderreihe sein und ihren Film Panelstory aneb Jak se rodí sídlište (Geschichte der Wände, CSSR 1979/1981) präsentieren: ein Panoptikum menschlicher Verstrickungen, das sich auf der halbfertigen Baustelle einer Plattenbausiedlung entfaltet. Piotr Szulkin wird zur deutschen Erstaufführung seiner Science-Fiction-Parabel auf den Alltag in Diktaturen anreisen: Wojna swiatów - nastepne stulecie (Krieg der Welten - Das nächste Jahrhundert, Polen 1981/83).
 
Auf der Podiumsdiskussion am 8.2.2009 (11 Uhr, Filmhaus am Potsdamer Platz) treffen die beiden Regisseure auf ihre deutschen Kollegen Thomas Heise, Helke Misselwitz, Michael Klier und Rainer Simon. Der Kurator der Filmreihe, Claus Löser, diskutiert mit ihnen über die künstlerischen und politischen Möglichkeiten des Films unter totalitären Bedingungen.
 
Zur zweiten Hälfte des Festivals wird noch Raschid Nugmanow, der Regisseur eines der berühmtesten Perestroika-Filme, Igla (Die Nadel, UdSSR 1988) erwartet.


Komplettes Programm der Berlinale als Download in PDF.


As, Grafinjata (Ich, die Gräfin), R: Petar Popzlatew, Bulgarien 1989


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