Antisemitismus und Film

posted by SHorváth on 2008/02/23 21:31

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Ein CfP via H-Soz-u-Kult mit nunmehr baldig endender Einreichungsfrist: Für die 9. Laupheimer Gespräche, die das Thema "Antisemtischer Film" aufgreifen, können noch bis zum 29.2. Exposés im Umfang von maximal einer halben bis einer ganzen Seite für dreißigminütige Beiträge, insbesondere von jüngeren Historikern, Kunsthistorikern, Theater- und Medienwissenschaftlern oder Politologen, die jüngst zu diesem Themenfeld gearbeitet haben, eingereicht werden.

Die Tagung findet von 29.05.2008-30.05.2008 im Museum zur Geschichte von Christen und Juden im Kulturhaus Schloss Großlaupheim (Claus-Graf-Stauffenberg-Straße 15, 88471 Laupheim) statt. Als Themenfelder der Tagung, die vom Haus der Geschichte Baden-Württemberg in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Laupheim organisiert wird, könnten - neben Einzelanalysen von Fallbeispielen - folgende Fragen fokussiert werden:

  •  Was ist Antisemitismus im Film?
  •  Was ist ein "antisemitischer Film"?
  •  Welche Vorgeschichte hatte der antisemitische Film vor 1933?
  •  Wo beginnt filmischer Antisemitismus?
  •  In welchem Kontext entstanden im Einzelnen diese Produktionen?
  •  Wie funktionierte die politische Kontrolle des filmischen Antisemitismus?
  •  Wie wirkte sich der Antisemitismus im Film nach 1945 aus?
  •  Wie zeigt er sich bis heute?

Wie kaum ein vergleichbares Medium setzte Joseph Goebbels den Film als
massenwirksames Propagandamittel gegen die jüdische Bevölkerung ein. Dem
Propagandaminister war bewusst, dass nur die rigorose Instrumentalisierung modernster Medien zur gewünschten Steigerung des Hasses gegen Juden führen konnte - und der Film war das ideale Mittel hierfür. Goebbels´ Strategie ging auf, denn die karikierende Verzerrung und perfide Verteufelung jüdischer Menschen in Filmen wie "Robert und Bertram", "Die Rothschilds", "Der ewige Jude" oder "Jud Süß" fielen auf fruchtbaren Boden: Die Propagandafilme förderten die Deportationen und unterstützten die Vernichtung der europäischen Juden.
    Die 9. Laupheimer Gespräche am 29. und 30. Mai 2008 zum Thema "Antisemitischer Film" wollen daher die Fragen nach Ursachen, Geschichte und Auswirkungen der antisemitischen Filmproduktion stellen sowie die Hintergründe ihrer Entstehung, ihrer Mechanismen aber auch ihr Nachleben und ihre Faszination, die bis heute anhält, beleuchten.
 

Die jeweiligen Exposés sind zu richten an: seidl@hdgbw.de
Haus der Geschichte Baden-Württemberg
PD Dr. Ernst Seidl
Urbansplatz 2
70182 Stuttgart
Tel.: 0711 212 3996

Die Referenten erhalten die Reise-, Übernachtungs- und Verpflegungskosten erstattet sowie ein Honorar von 250 EUR. Da ein Tagungsband zum Thema geplant ist, werden die Referenten gebeten, im Anschluss an die Tagung bis Ende des Jahres 2008 ein druckfertiges Manuskript zu erstellen, weshalb die Beiträge bisher unveröffentlicht
sein sollten.
 

 


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