Filmgeschichte - -history - Part 2

posted by SHorváth on 2005/05/18 17:40

[ Filmgeschichte - -history ]

Im Rahmen der zyklischen Präsentationsreihe Filmhimmel Österreich wird heute der ungarische Stummfilm Fluch dem Schicksal aus dem Jahre 1919 (R: Karl Lajthay) im Metro-Kino gezeigt.
 

Unter dem Motto – Filmgeschichte zeigen – setzt das vom Filmarchiv Austria entwickelte, von Christian Dewald und Elisabeth Büttner kuratierte und aus 100 ausgewählten Filmen zusammengestellte Filmhimmel - Programm seine Route fort und präsentiert unter dem Schwerpunktthema "Der große Krieg dauert" (Programm 016) neben Fluch dem Schicksal die dokumentarischen Aufnahmen Defilee der Kriegsversehrten (A 1914-1918).

Die auf drei Jahre angelegte umfangreiche Präsentationsreihe hat im Jänner 2005 begonnen, die Geschichte des österreichischen Films von den Anfängen bis zur Gegenwart nachzuzeichnen und wird das thematisch in sieben Kapiteln gegliederte Programm im Herbst fortsetzten. Zu jedem Programm gibt es eine Einführung; Stummfilme werden mit Klavierbegleitung von Gerhard Gruber vorgeführt. Die Themen vertiefenden Begleithefte können am jeweiligen Vorstellungsabend gratis erworben und in eigenen Ordnern archiviert werden, sodass nach und nach ein Kompendium zur österreichischen Filmgeschichte entsteht.

Detaillierte Informationen: Filmarchiv Austria, Tel.: 01/216 13 00 und
Metro-Kino, Tel.: 01/512 18 03

Vorstellungen heute:
19:00 Uhr (016):
Defilee der Kriegsversehrten, A 1914-1918, 2 Min.
Fluch dem Schicksal (OT: Vorrei morir), R: Karl Lajthay, H 1919, 66 Min.
21:00 Uhr (017):
So fallen die Lose des Lebens, R: Friedrich Rosenthal, A 1918, 57 Min.
Das Kind des Teufels (Fragment), R: Erich Kober, A 1919, 65 Min.

Zum Film Fluch dem Schicksal

REGIE: Karl Lajthay BUCH: Filmroman von Peter Paul Felner DARSTELLER: Frida Gombaszögi (Maja), Károly Mihályfi (Thomas Eichwald, Majas Vater), Rudolf Sík (Mert), Tivadar Uray (Carlo, Musiker), Miklós Ujváry
PRODUKTION: Rexfilm, Budapest
FORMAT: 35 mm, Vollbild, stumm, deutsche und französische Zwischentitel, s/w
LAUFZEIT: 66 Min.

Der Spielfilm fasst psychische Erschütterungen ins Auge. Ein Mann muss lernen, den Sinn des Sterbens zu verstehen. Ein Bund mit dem Irrationalen hilft ihm dabei. Fluch dem Schicksal nutzt eine fein nuancierte Bildsprache. Die dramaturgische Anlage des Films ist für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg typisch: das Übersinnliche hilft, die Alltagssinne zu ordnen. Ein verzweifelter Vater wird zum Visionär. Der reiche Witwer, der vor zwölf Jahren den Tod seiner Frau betrauert hat, steht nun fassungslos vor seiner ebenfalls verstorbenen Tochter Maja. Sie war bei einem Reitunfall gestürzt. Der Mann verflucht das Schicksal. Aus dem Reich der Toten erscheint Maja als ätherische Gestalt und weissagt ihrem Vater, wie ihr Leben verlaufen wäre. Denn im »Buch des Schicksals ist jede Biographie notiert«. Eine Kreiserzählung beginnt: Majas gesamtes Leben ist von einem Alter Ego begleitet, einer unheimlichen Person, die in viele Masken schlüpfen kann. Er lenkt Ideen, bleibt in deren Umsetzung aber passiv. Maja ist stets getrieben, zerrissen. Ihr Leben ist, trotz mehrmaligen Aufbäumens, ein einziger Abstieg. Schließlich wankt der Vater zum Diwan, auf dem die Tote liegt. Die Zeiger der Uhr springen gerade auf Mitternacht. Aus Fluch dem Schicksal wurde Heil dem Schicksal. Die hochherrschaftliche Villa bleibt inwendig, geschlossen. Ihre Leichen haben an Schrecken eingebüßt.
(FA Austria)


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