Über natürliche und künstliche Landschaften

posted by Hana Blahova on 2008/02/03 22:09

[ Emergenzen | Emergence ]

Was subsumiert man heutzutage unter dem Begriff Landschaft? Wofür steht der Begriff und inwieweit hat sich die Verwendung desselben verändert? Lässt sich auch der Desktop unseres Computers als Landschaft bezeichnen? Angela Heide geht in ihrem Beitrag: Winkelzüge der Selbstbehauptung - Von der "natürlichen" zur "virtuellen" Landschaft diesem Fragenkomplex nach.

Ausgehend von dem Artikel von Marc Ries: So schritt man in andere Zimmer und stets sah man neue Bilder. Einstimmung in eine postkonditionale Ästhetik, der im Jahr 2006 auf den Seiten Kakaniens publiziert wurde, versucht die Autorin anhand zahlreicher Beispiele zu zeigen, dass sich Ries und andere zeitgenössische Medientheoretiker Formulierungen bedienen, die eine eigenartige "'postkonditionale' Ungenauigkeit" der Begriffsverwendung von 'Landschaft/en' unterschiedlicher 'Ordnungssysteme'" aufweisen. Die verschiedenen Konstruktionen wie "natürliche Landschaften" oder gar "ästhetischen Landschaft/en" verweisen auf die Tatsache, dass diese beiden Begriffe immer eine Doppelung bedeuten. Landschaft ist immer zugleich ästhetisch wie Paradoxien erzeugend, was bedeutet, dass sie nicht zuletzt auf Grund ihrer Begrifflichkeit nie natürlich sind.

Welche Merkmale sind es also, die erlauben, den Desktop als Landschaft zu bezeichnen und inwieweit hat sich die Bedeutung des Wortes von seiner ursprünglichen Verwendung zur heutigen Implikation verändert. Der Bogen reicht von den ersten Thesen der Erbauung der Welt über die erste Überquerung der Alpen hin zu einer Landschaft, die bloß als virtuelle existiert, die sich auf unserem Rechner befindet. Wie aber die Autorin selbst abschließend feststellt, ist damit: "das Ende des Diskurses um reale und virtuelle Landschaften (...) noch nicht erreicht."


Antworten

01 by ush at 2008/02/10 21:09 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Dennoch werde ich das Gefühl nicht los, dass die beiden komplett aneinander vorbei reden. Während es Ries einerseits um das Tun geht, darum, was wir mit Bildern und Rahmungen machen, arbeitet sich Heide an Strukturen ab, die (vor)gegeben sind. Während Ries von der Gleichzeitigkeit inkompossibler Möglichkeiten spricht und von dort zur Postkonditionalität gelangt (Möglichkeit = possibel und konditional; einander ausschließend, zumindest im Widerspruch = inkompossibel > Postkonditional, d.h. der Satz vom ausgeschlossenen Dritten wird durch das Digitale außer Kraft gesetzt), geht Heide den Weg der Begriffs- und (Garten)Kulturgeschichte.

Auffällig ist aber dennoch, dass beide die virtuelle Landschaft nur anstreifen, mit je ca. einem Absatz von ganz Ferne nur daran rühren, eine sehr vage Ahnung vermitteln und sich zurückziehen.

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