Emergenzen 5 - Part 1

posted by ush on 2007/11/04 13:24

[ Emergenzen | Emergence ]

Magdolna Orosz hat den ersten Beitrag aus dem Workshop Emergenzen 5 // Fantastik und Wissenschaftskommunikation 1900/2000 publiziert.

Ihre Hinwendung zu Identitätskonstruktionen bei Leo Perutz ist in gewissem Sinne für das Thema und auch für den vergangenen Workshop paradigmatisch. Perutz' Schreiben kann einerseits als paradigmatisch hinsichtlich einer Definition von "fantastisch" gelten, wofür die Konfusion von Zeitebenen, die Unsicherheit über innertextuelle Faktizität, trügerische Erinnerung, wahrheitsgemäße Erinnerung oder reine Fantasie steht. Das Bild, in dem die Ambivalenz von Zeit und Ereignis gefasst wird, besteht hier in der verirrten und doch zielsicheren Kugel, die nicht nur den Protagonisten tötet, sondern hernach in einer Uhr stecken bleibt.

Unzuverlässiges Erzählen lautet eines der Stichworte, das zur Definition von narrativer/literarischer Fantastik beiträgt und in derselben Bewegung, in Zeitebenen verschoben werden, Identitäten und Realitäten in Frage stellt und verschiebt. Die Kommunikation, die hier vom Text mit dem/der Leser/in aufgebaut wird, kann als ganz eigene Form angesehen werden. Wenn schon der Erzähler unzuverlässig ist, wie zuverlässig muss dann der/die Rezipientin sein? Wo beginnt die Kette der Verschiebungen und wo kommt sie an ein (vorläufiges?) Ende?

Literatur führt die Problematik von Wissen, Meinen und Dafürhalten gerne drastisch, als lebensbedrohliches Dilemma vor Augen, das hier lautet: Wie kam der Protagonist zu Tode, durch einen Unfall oder durch Selbstmord?

 


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