Veranstaltungen | Events - Part 181

posted by peter on 2007/10/03 10:20

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Heidrun Hamersky und Ann-Kathrin Reichardt (Universität Bremen) berichten auf H/Soz/u/Kult unter dem Titel Das andere Osteuropa – die 1960er bis 1980er Jahre. Dissens in Politik und Gesellschaft, Alternativen in der Kultur über die gleichnamige Konferenz (15./16.06.2007) der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen. Die Forschungsstelle widmet sich grundsätzlich zeitgenössischen Entwicklungen in Kultur und Gesellschaft Ostmittel- und Osteuropa und Ziel ist somit auch die komparative Erforschung des politischen Dissens und alternativer Kulturen in den Ländern Ost- und Ostmitteleuropas in der Zeit von Stalins Tod 1953 bis zu den Systemwechseln der Jahre 1989/91.
Anspruch der besagten Konferenz war es nun im Speziellen, so Hamersky und Reichardt,
die Geschichte des Dissens, der Bürgerrechtsbewegungen und der alternativen Kulturen in einen übergreifenden historischen Kontext einzuordnen und nach den Möglichkeiten einer vergleichenden kulturgeschichtlichen Forschung zu fragen.
Die Spezifikation dieses Anspruchs wurde bereits im Einleitungsvortrag klar:
Die Systemkritiker befänden sich in einer doppelten Frontstellung, nämlich in einer Auseinandersetzung mit den Systemen und mit den Gesellschaften und sie sähen in den Systemen wie in den Gesellschaften Anknüpfungspunkte für das, was sie programmatisch formulieren. Aus dieser Sichtweise resultierte die Aufforderung [...] an die Konferenz, nicht über den Dissens und über die Systeme per se zu diskutieren, sondern einen Bezug zwischen systemischen Entwicklungen und der Kritik daran herzustellen. Fragestellungen nach den kulturellen Profilen, den Handlungsräumen in den einzelnen Gesellschaften sowie den Funktionsweisen der politischen Ordnungen sollten in den Vordergrund gerückt werden.
Drei Panels gab es zu den Themenblöcken "Politische Systeme: Funktionsdefizite, Reformfragmente und Repressionsmuster", "Anpassung und Widerspruch in sozialistischen Gesellschaften", "Pluralisierung öffentlicher Räume"; das vierte Panel wurde hinsichtlich diverser Fragen nach transkulturellen Vergleichsmöglichkeiten der ost- und ostmitteleuropäischen Widerstandsbewegungen und Gegenkulturen einerseits und deren Verortung und geschichtliche Wirkung in historischer Perspektive andererseits ausgerichtet. das fazit des Direktors der Forschungsstelle lautete denn auch folgerichtig, dass es gelungen sei,
Verbindungslinien zwischen den Erfahrungen im Dissens und den Entwicklungen aufzugreifen, die sich in den Systemen vollzogen haben. Wie die Vorträge belegten, vollziehe sich tatsächlich ein Paradigmenwechsel. Die Dichotomie sei aufgebrochen und durch komplexere, stark kulturell geprägte Sichtweisen auf die Geschichte der 1960er bis 1980er Jahre abgelöst worden.

Antworten

Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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