Science- | -Politics - Part 4

posted by PP on 2006/07/20 12:49

[ Science- | -Politics ]

Politik meint nicht nur, aber immer auch, Sozialpolitik. Wenn dem so sein sollte, liegt mit der Publikation von
Béla Tomka: Welfare in East and West. Hungarian Social Security in an International Comparison 1918-1990. Berlin: Akademie Verlag 2004 (Jahrbuch für Wirtschaftsgeschichte - Beihefte 5), 188 pp.
[ISBN 3-05-003871-3; EUR 69,80,-]
eine überaus politische Abhandlung vor, die ihren durchaus hoch angesetzten Preis jedoch inhaltlich annähernd rechtfertigen dürfte, denn "allein mit der systematischen Analyse der Entwicklung des ungarischen Wohlfahrtsstaates zwischen 1918-1990 wird eine Forschungslücke geschlossen", wie die Rezensentin Maria Hidvegi meint.
Darüber hinaus öffnet Tomka mit der gezielten Untersuchung eines Staates, der als "late comer" im Prozess der Industrialisierung gilt und danach lange Zeit realsozialistisch regiert wurde, eine neue Perspektive für die Forschungen über supranationale Tendenzen in der Entwicklung des Wohlfahrtstaates im 20. Jahrhundert. Diese Forschung ist zweifellos auch im Hinblick auf die Folgen der Osterweiterung der Europäischen Union von Bedeutung, da sich das Problem der Konvergenz in der Wohlfahrtsentwicklung immer klarer abzeichnet.
Einleitend wird der Rahmen der Untersuchung abgesteckt. Bisherige Forschungen konzentrierten sich räumlich meist auf Westeuropa, zeitlich auf die Periode nach 1945 und thematisch auf die Wohlfahrtausgaben. Tomka bezieht in seine Analyse die Wohlfahrtssysteme von elf westeuropäischen Staaten sowie Ungarns ein und unterscheidet zwei Untersuchungsabschnitte: 1918-1945 und 1945-1990. Vier Variablen werden in Betracht genommen, die den einzelnen Kapitel der Arbeit entsprechen: Wohlfahrtsausgaben, die Rolle der Wohlfahrtsinstitutionen, Charakteristika der Wohlfahrtsrechte, Organisationsform der Wohlfahrtsprogramme. [...]
Der Autor macht klar, dass in die Forschungen über die europäische soziale Konvergenz außer sozioökonomischen Faktoren auch die Art des Lebenszyklus, die sozialen Institutionen und die politische Entwicklung nach dem zweiten Weltkrieg mit einbezogen werden sollten. Die Entwicklung des ungarischen Wohlfahrtsystems belege vor allem die Bedeutung von politischen Faktoren.
Dem gut strukturierten Text der Untersuchung kommt die drucktechnisch anspruchsvolle Gestaltung des Buches zugute. Wertvoll sind die insgesamt 18 sehr detaillierten und dennoch leicht überschaubaren Tabellen (S. 119-165), die für einige Teilaspekte erstmalig Daten und Schätzungen bereitstellen. Im Appendix wird der Vergleich der Wohlfahrtsausgaben auf die Darstellung der Variations- und Deviationswerte ausgeweitet.

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Senior Editor

Seitenwechsel. Geschichten vom Fußball. Hgg. v. Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bohmann 2008, 237 pp.
(Weitere Informationen hier)
Transcarpathica. Germanistisches Jahrbuch Rumänien 3-4/2004-2005. Hgg. v. Andrei Corbea-Hoisie u. Alexander Rubel. Bukarest/Bucuresti: Editura Paideia 2008, 336 pp.
[Die online-Fassung meines Einleitungsbeitrags "Thesen zur Bedeutung der Medien für Erinnerungen und Kulturen in Mitteleuropa" findet sich auf Kakanien revisited (Abstract / .pdf).]
Seitenweise. Was das Buch ist. Hgg. v. Thomas Eder, Samo Kobenter u. Peter Plener. Wien: Bundespressedienst 2010, 480 pp.
(Weitere Informationen hier wie da, v.a. auch do. - und die Rezension von Ursula Reber findet sich hier [.pdf].)
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