Open Access

posted by Katalin Teller on 2008/04/03 18:39

[ Geisteswissenschaften ]

Pro und contra - eine Menge Argumente gegen und für Open Access im wissenschaftlichen Bereich wie sie auch vergangenen Sonntag im Ö1 zur Sprache gebracht wurden. Jetzt, wo gerade der zehnmillionster Artikel in Wikipedia (tja, ausgerechnet in der kaum als universal einzuschätzenden ungarischen Sprache) verfasst wurde, bietet die Frage genügend Stoff zur Diskussion.

Ein etwas aufgeregt klingender Naturwissenschaftler hat die Kulturwissenschaften als Ganzes bezichtigt, die konservativste Sparte aller Welten in Sachen Open Access darzustellen. Hauptargument war: Alles, was kulturwissenschaftlich vor sich geht, geschieht mit öffentlichen Geldern, also für Publikationen noch mehr Geld an unterschiedlichen Foren zu beantragen, komme einer Todsünde gleich, ist auf jeden Fall als Riesenunverschämtheit zu bezeichnen. Zweifellos ein schlagfertiges Argument, das jedoch gerade von einem anderen Naturwissenschaftler stark relativiert wurde: Patentierungen und verwandte Problemfälle sind aber nicht so lapidar zu lösen, Vorsicht ist also geboten - Recht bleibt Copyright.

Prinzipiell haben natürlich alle recht; die Eckpunktsetzungen in Sachen Ideologisierung des Wissenstransfers bleiben aber nach wie vor äußerst heikel. Schön wär's, wenn alle zu allem Zugang hätten, aber damit ist rein nichts gesagt - weder inhaltlich noch methodologisch und ganz zu schweigen von den damit verbundenen Finanzen.

 


Antworten

01 by PP at 2008/04/03 21:42 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten

In aller Kürze: Naturwissenschafter # 1 vergisst offenbar im neoliberalen Furor, dass gerade die Natur- und technischen Wissenschaften die größten Budgetposten der öffentlichen Hand und ihrer Wissenschaftsförderung ausmachen. Und man komme nicht mit dem Argument des Mehrwerts. Sonst bringen wir unsererseits die Kulturagenden zu einem Ende und dann wird nicht einmal mehr in die sprichwörtliche Röhre geschaut. Ein differenzierter Blick hinsichtlich der Finanzierungen wird wohl helfen. Tatsache ist in jedem Fall, dass es ökonomisch sehr verträgliche Finanzierungsmodelle für Open Access gibt.

Redaktion

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