Arbeitsethik

posted by ush on 2008/03/03 14:17

[ Paralipomena ]

Ob Operette, Schmierenkomödie oder Tragödie - die politische Landschaft samt Bruder-/Schwesternzwist, von der ich wie wohl alle in Österreich dzt. ununterbrochen verfolgt werde, lässt mich kurz zurückgreifen zu einem früheren Topic, als ich noch im Redaktionsblog tätig war: Die Arbeitswelt im Wandel.

Dies aber nur zum Stichwortlieferanten. Auffällig ist mir zumindest, dass ein Schlagwort mit Überbetonung immer und immer wieder kehrt; ca. alle acht  bis zehn Sätze jedweden Redners jedweder Partei: Dieses Schlagwort lautet Arbeit und tritt stets in Verbindung mit einem Modalverb auf - Die Regierung soll ihre Arbeit machen; Die Regierung muss ihre Arbeit machen; Wir wollen in Ruhe unsere Arbeit machen ...

Ich will jetzt gar nicht bestreiten, dass in politischen Berufen wie in jedem anderen Beruf auch gearbeitet wird. Als einigermaßen verstörend empfinde ich jedoch tatsächlich die kursierende Emphase, als würde etwas herbei- oder solle über etwas hinweggeredet werden. So fett kann ich hier gar nicht das Wort Arbeit hervorheben, wie fett es sozusagen überall aus politisch besorgten Mündern entgegenschallt.

Irgendwie kommt mir da doch in den Sinn: Weniger drüber reden, tun bitte. Es klingt ja schon so, als würde hier Unglaubliches an Muskelkraft und Intelligenz abverlangt werden; gut, dann holt's Helfer/innen, oder kann ich aushelfen ? ...


Antworten

01 by ush at 2008/03/05 20:15 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten

Ein ähnliches Phänomen an Arbeitswut kenn ich nur noch aus den frühen chello-Tagen, als es noch häufiger zu Störungen kam. Bei Anrufen sagte dann eine/e zerknirschte/r Angestellte/r, "dieTechniker wären schon draußen". Wo? fragte ich mich dann und sah unerschrockene Rettungsmänner, harte Kerle sich durch einen Dschungel verstopfter Leitungen und Rohre kämpfen, Feuchtigkeit, Monstern, Schlamm u. Schmutz trotzig die Stirn bietend und Schraubenzieher schwingend....

Nein, so oft habe ich Brazil von Terry Gilliam nun auch wieder nicht gesehen.

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Einblicke in Editor's Welt. Interessiert an Geisteswissenschaften, staunend über Medien, Tendenz zum Bizzarren, vor allem in der Literatur. Über Anregungen, Kritiken, Kommentare freuen sich Usha Reber (editor@kakanien.ac.at und János Békési (webmaster@kakanien.ac.at).
The workshop Balkan Studies - quo vadis? is held on April 25, 2009.

Venue: HS, Inst. Slawistik, AAKH / Campus
The programme is to be found here, the abstracts are available as Balkan Studies 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, and as pdf.
Ort: HS, IOG, AAKH, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Zeit: 2. bis 4. April 2009
Veranstalter: IOG, Kk.rev
Funding: Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln

Programm, Abstracts (.pdf)
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