Berechnetes Vergessen

posted by ush on 2008/01/13 17:53

[ Monster Media ]

Über eigenwillige Ideen berichtet Archivalia: "[Mayer-Schönberger] schlägt [...] eine softwaretechnische Lösung vor, die jeder Information ein Datum beigibt, zu dem sie gelöscht wird. In den Bereichen, wo es so etwas schon gibt (Cookies, Überwachungskameras) plädiert er für eine möglichst kurze Löschfrist, die auch gesetzlich vorgeschrieben werden sollte. Bei von Menschen bewusst generierten Informationen setzt er auf eine bewusste Wahl des Haltbarkeitsdatums."

Was dabei herauskommt, ist ja nicht nur eine Unterbindung des Zufalls im Vergessen, sondern eine Vergessenskur für Maschinen. Wie könnte man denn glauben, dass alle Informationen im Netz von Menschen immer rezipiert und nie vergessen würden? Ich vergesse ja schon beim Lesen... Dasselbe traue ich auch meinen - eher nicht direkten - NachfahrInnen zu.


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01 by PP at 2008/01/14 17:14 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
2 replies (click to show/hide)
Zu letzterem: Es ist inzwischen gar nicht mehr so einfach, zu wissen wer vorher und wer nachher war, wer/was wem was "einhauchte".
01 by ush at 2008/01/14 19:45 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Macht nix, die Info wird ohnehin bald gelöscht [smile]. bevor die Sache mit dem Inzest jedoch auch in Vergessenheit gerät, spielt gerade sie jedoch für die Cyborgs noch eine gewisse Rolle. Wir könnten angelegentlich darauf zurückkommen.
01 by PP at 2008/01/15 09:04 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Wenn es denn der Wahrheitsfindung gedient haben wird... Dann wird aber auch auf die Frau in Gottes linkem Arm zurückzukommen sein.
02 by JB at 2008/01/16 12:56 Bitte registrieren und/oder loggen Sie ein, um zu antworten
Wenn ich mich richtig erinnere, gab es das schon vor etlichen Jahren als Bestandteil von (frühen) Betriebssystemen: Verfallsdaten von Dateien. Das wäre manchmal recht praktisch. Auf der Festplatte regiert ja meistens die Devise: Alles aufheben, wer weiß wofür es gut ist...

Eine andere Ausformung ist das Info-framework von factline, wo jedem Informationspartikel eine "garantierte Bestandsdauer" zugesichert wird ("haltbar mindestens bis..."). Sozusagen als Gegenentwurf zum Vergessen.

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Einblicke in Editor's Welt. Interessiert an Geisteswissenschaften, staunend über Medien, Tendenz zum Bizzarren, vor allem in der Literatur. Über Anregungen, Kritiken, Kommentare freuen sich Usha Reber (editor@kakanien.ac.at und János Békési (webmaster@kakanien.ac.at).
The workshop Balkan Studies - quo vadis? is held on April 25, 2009.

Venue: HS, Inst. Slawistik, AAKH / Campus
The programme is to be found here, the abstracts are available as Balkan Studies 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, and as pdf.
Ort: HS, IOG, AAKH, Spitalgasse 2, 1090 Wien
Zeit: 2. bis 4. April 2009
Veranstalter: IOG, Kk.rev
Funding: Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln

Programm, Abstracts (.pdf)
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